Persönlich

Edith Kappeler lebt und arbeitet in Zürich. Versteckt im Park vom Sihlfeld liegt ihr Atelier, ein Häuschen mit Werkplatz inmitten all der Bäume. Eine stille Insel in unmittelbarer Nähe zum Stadtgetriebe. Hier entstehen neue Werke, wird geträumt und umgesetzt, wird geschwiegen und gefeiert. Die Bildhauerin liebt die Gegensätze und befasst sich gern mit Widersprüchen.

Sie beherrscht die klassischen Techniken ebenso wie die neueren Tendenzen Objekt und Installation. Und so verwendet sie als Material gern Stein, Holz, Eisen und Beton, aber auch mal Plastikkisten, Gipsbandagen oder ein zerbeultes Ölfass, wenn es für die Umsetzung ihrer Idee stimmt. Ihre Themen und Motive spült das Leben an sie ran und beschäftigen sie meist über Jahre. Es entstehen Konzentrate, denn das schnelle Produzieren ist eigentlich nicht ihre Sache. Sie befasst sich mit Themen wie „Ambivalenzen“ in denen sie Widersprüche nicht aufhebt, sondern damit spielt. Oder die Faszination von „Werden und Vergehen, die sie in ihren Phönix-Arbeiten spiegelt. Da gehen kosmische Zeitdimensionen Hand in Hand mit dem verpassten Züri Tram. Und immer wieder tauchen Schiffe auf. Sie strahlen Ruhe aus. Das tun auch ihre Kissen. Sie erinnern uns an Ruhe, erinnern uns an Frieden. Und deren Vergänglichkeit. Ihre Wellen, die aufwärts fliessen. Ist es Autobiografisches, wenn wir eine feine Blutspur finden? Oder werden wir an den Schmerz als Teil der Existenz erinnert? Edith Kappeler switcht zwischen Persönlichem und der Menschheit, zwischen Moment und Ewigkeit, zwischen Aktualität und Zeitlosigkeit.

Das Dreidimensionale, die Präsenz im Raum fasziniert sie ganz besonders, denn gemalt und gezeichnet hat die ehemalige Restauratorin schon in ganz jungen Jahren. Vor bald 30 Jahren dann meisselte sie ihre erste Steinskulptur. Es war ein Schlüsselerlebnis, erinnert sie sich. Und sie blieb dran, bildete sich aus und weiter an Sommerakademien, Stages bei bekannten Bildhauern, Fachvorlesungen und regem Austausch mit andern Künstlern und Künstlerinnen.
Die Anerkennung stellte sich ein Edith Kappeler beteiligt sich an Ausstellungen und Bildhauersymposien im In- und Ausland (Zürich, Sur En, Dakar, Dresden, Klaster Hrdiste bei Prag) und wurde vom Ägyptischen Kulturministerium nach Assuan und später an die Biennale in Kairo eingeladen. Von der Stadt Zürich erhielt sie den Auftrag, ihren Entwurf für den Brunnen am neu gestalteten Rigiplatz auszuführen, denn ihr Vorschlag eines modernen Dorfbrunnens überzeugte inhaltlich und formal. An der BadRagartz 2009 nahm sie mit ihren Betonkissen und der Steinskulptur „Sonnenei“ teil und es freut sie, dass sie 2010 in Sevilla mit ihren Kissen für „ArtForAll“ eingeladen war. 2011 darf sie für die Sonnweid in Wetzikon ihr Konzept "Sonnweid - Das Dach" realisieren. Mit dem Neubau werden anfangs 2012 ihr "Ursprungsteinturm" und die "Dachwasserwand" eingeweiht. Und seit März 2013 ist ein "Spiel mit Kissen" vor der Post San Pablo in Sevilla fest installiert.